Corona verändert meine Welt – Flaschenpost aus der Isolation

Ich habe mich seit dem Beginn der Corona-Krise nicht zu Wort gemeldet, eigentlich hatte ich vor über die fantastische Veranstaltung gemeinsam mit IBUS in Innsbruck zu berichten, aber dazu kam es dann nicht mehr. Tirol ist jetzt Risikogebiet und damit hat es sich. Hast Du Dich isoliert? lautet die Frage, Neugier auf die Inhalte, die wir da bewegt haben kann sich derzeit kaum jemand leisten.

Es frustriert mich über alle Maßen, wie die gesamte politische Arbeit, kulturelle Beiträge auf einmal obsolet und unwichtig werden, denn alles steht im Schatten der Krise.

Ein Effekt der weltweiten Pandemie ist, dass sich unser Denken und Handeln zunächst nur noch um die Verbreitung des Virus und dann immer mehr um Persönliches dreht, weil unsere Reichweite sich ausschließlich auf den privaten Raum erstreckt. Sie verkleinert das Denken und Handeln. Der tägliche Einkauf ist die größte Herausforderung, dicht gefolgt von der Planung des täglichen Spaziergangs, Telefonate mit Freunden und Familie und immer wieder der bange Blick aufs Konto gepaart mit der Erkenntnis, dass das Leben, was ich mir mühsam aufgebaut habe derzeit der Vergangenheit angehört.

Ich chatte jetzt mit meinen Gästen, spreche ihnen Audios oder schreibe Mails. Das ist noch der schönste Aspekt von Corona, dass wir uns andere Disziplinen erschließen, solche, die auch irgendwie inklusiv sind, denn nicht jede*r bringt:
1. Mein Honorar für eine Session auf,
2. Besitzt den Mut zu einem persönlichen Treffen,
3. Befindet sich in Anfahrtsnähe zu meinen regulären Arbeitsorten Berlin, Hannover und München.
Nein, es ersetzt mir den persönlichen Kontakt zu meinen Kund*innen nicht, aber ja, es ist schön zu sehen, wie kreativ ich werden kann und: Schreiben und Sprechen liegt mir.

Ihr fragt mich oft, wieso keine Onlinemeetings mit Bild und Ton mit mir möglich sind. Das hat mehrere Gründe. Ich stelle fest, dass meine Internetbandbreite in der brandenburgischen Pampa dafür nicht wirklich reicht. Schon in Zoom-Calls oder Skype-Meetings wackelt und zackelt es, und oft bin ich kaum zu verstehen. Das kann nicht sexy sein, wenn es um erotischen Content geht. Außerdem empfinde ich eine gewisse Sperre, aus meinem persönlichen Zuhause heraus die Welt aufzugeilen. Auf keinen Fall soll das die Mühe und Arbeit meiner zahlreichen Kolleg*innen schmälern, die derzeit so arbeiten wollen und müssen, aber für mich ist das irgendwie nichts. Und, zu guter Letzt habe ich wohl auch Angst davor, dass es mir meine Einsamkeit noch deutlicher vor Augen führen könnte.

Zusammengerechnet mit der häuslichen Isolation nach Tirol, die ich aus Respekt vor meinen Gästen eingehalten habe, nicht weil ich symptomatisch gewesen wäre, sind es bereits 4 Wochen, die ich mich nun physisch fern halte. Ich spreche bewusst nicht von sozialer Distanzierung, denn ich habe beinahe einen Hass auf diesen Begriff entwickelt. Es geht um Abstand und nicht um Abschottung, oder?
Schmerzhaft ist zu sehen, dass sich mein Bekanntenkreis in zwei Lager spaltet, jene, die die Maßnahmen möglichst buchstabengetreu einhalten und keine Gelegenheit verstreichen lassen, ihr Umfeld mit Instruktionen zum „richtigen“ Händewaschen und Abstandsbildchen in den sozialen Medien zu bombardieren. Die es sich nun mit einem guten Buch auf der Wohnlandschaft oder im Garten gemütlich machen und aus dem sicheren Netz der Festanstellung heraus abwarten. Sie verwenden Formulierungen, wie „vorauseilenden Gehorsam“. Eine hinterfragender Blick auf die derzeit aktiven Maßnahmen, deren wirtschaftliche, psychologische und persönliche Konsequenzen wir bisher nur erahnen können, ist für sie Grund genug, Dich als Täter*in zu shamen. Es ist so traurig, dass der gesellschaftliche Druck sich immer auf die Schwachen umleitet und sich Menschen in Krisenzeiten nicht gern eingestehen, dass auch ihr „superkorrekten“ Verhalten den Druck umverteilt. Perfekt sein ist in diesen Zeiten auch ein Schlag in das Gesicht all jener, die sich Perfektion schlicht nicht leisten können.
Das andere Lager ist sich bewusst über die Herausforderungen und solidarisiert sich vorsichtig. Wir erarbeiten Strategien von Austausch und den ein oder anderen Spaß selbst in diesen tristen Zeiten. Psychische und soziale Gesundheit ist für diese Menschen kein Fremdwort und sie können Phrasen von ehrlichen Aussagen unterscheiden. Es tut gut, solche Personen in seinem Umkreis zu wissen.
Und doch gehören beide Personengruppen zu meinem Freundeskreis. Es ist für mich sehr schwer zu akzeptieren, dass Anpassung auch eine Strategie darstellt und nicht jede*r die Absichten oder verborgene Begleiteffekte der Corona-Maßnahmen hinterfragen möchte. Viele haben wirklich schon genug mit sich zu tun, das ist Fakt. Schon in Nicht-Krisenzeiten haben diese Leute und ich nicht unbedingt die Revolution bei Kaffee und Kuchen geplant. Und hatten dennoch eine gute Zeit, ab und an. An all jene möchte ich auch eine Entschuldigung richten, denn, ja, für mich, als Sexarbeiterin, Selbständige, Frau wirkt sich diese Krise anders aus als für Euch. Sie triggert manches aus meiner Vergangenheit und macht mich wütender, ungeduldiger und verletzlicher. Corona wirkt sich nicht nur auf mich sozial und materiell massiv aus. Aber ihr, die ihr nicht so scharf von dieser Krise betroffen seid, tragt nicht persönlich Schuld daran, dass es Menschen wie mir, gerade tendenziell erheblich schlechter geht als sonst.
Eine Bitte habe ich trotzdem an Euch: Nutzt doch bitte Eure Privilegien dafür, Menschen in Eurem Umfeld, die wie ich stark betroffen sind, sichtbar zu machen und ihnen solidarisch Eure Hilfe anzubieten. Gebt den unmenschlichen Maßnahmen Euer menschliches Gesicht. Distanziert Euch physisch, nicht sozial von Euren Freund*innen, die in der Krise eventuell nicht die Geduld oder den Humor aufbringen, den ihr von ihnen in normaleren Zeiten gewöhnt wart.

An meine Kund*innen: Ich vermisse Euch sehr. Dabei ist mir vollkommen klar, dass nicht für jede und jeden, die genannten Möglichkeiten wie Telefon-, Mailerziehung oder Chat, Hypnoseaudios oder personalisierte Erotikaudios eine Alternative zu unserem gewohnten Sessioning darstellen. Ich freue mich trotzdem, wenn ihr Euch mal meldet.

Jenen, die meine angebotenen Alternativen rundheraus ablehnen möchte ich bitten, derzeit nicht auf Kontakt zu drängen, oder mich emotional in die Pflicht zu nehmen. Im konsensuellen Rahmen einer Session, oder Vor- und Nachbereitung einer realen Begegnung mache ich manchmal aus Freundlichkeit sowas wie Fernerziehung mit Euch ohne dafür extra Geld zu verlangen. Nennt es Kund*innenpflege. Jetzt ist das aber nicht drin. Ich kann mir solche „Geschenke“ nicht leisten, weder emotional noch materiell und es macht mich sehr betroffen und traurig, dass es Menschen gibt, die dies nicht verstehen. Bitte überlegt Euch, ob gerade ich diejenige bin, an der Ihr Euch mit Eurem Anspruchdenken abarbeiten wollt?

Ich freue mich über Aufmerksamkeiten in dieser schlimmen Zeit. Auf meiner Amazonliste kannst Du etwas Kleines oder Großes auswählen!
https://www.amazon.de/hz/wishlist/ls/2RWQ9V4CZ7QS3?ref_=wl_share
Ich bettele hier nicht um gute Gaben, sondern schaffe einen Rahmen, in dem Ihr Eure Wertschätzung für mich zeigen könnt.

Wer sich fragt, wie es weiter mit Mademoiselle Ruby geht: Ich habe nicht vor klein bei zu geben. Für meine wunderbaren Kund*innen habe ich hart gearbeitet und wir haben unglaublich schöne Zeiten miteinander erlebt. Das trägt mich ein Stückweit auch durch die schaurige Gegenwart und gibt mir Kraft, Widerstand zu leisten, nicht aufzugeben.

Wer sich fragt, wie ich gerade überlebe? Es ist mir nicht peinlich Euch zu sagen, dass ich derzeit für Mindestlohn im Einzelhandel Regale auffülle. Vielleicht helfe ich auch ein bisschen bei der Ernte oder es ergibt sich irgendwas, das ansatzweise besser meine Fähigkeiten zur Geltung bringt. Ich investiere Zeit in Hydra e.V., wo ich Mit-Vorständin bin. Ich lerne Käsekuchenbacken und pflanze einen Apfelbaum in meinem kleinen Garten. Ich verbringe Zeit mit meinem Pferd (Vorsicht, all jenen die mich jetzt als Luxusbitch abstempeln, dies ist der einzige „Luxus“, den ich mir seit Jahren erlaube, und durch die therapeutische Arbeit gebe ich durchaus auch was an Menschen zurück) und bin sehr dankbar für alles, was meinen Tagesablauf strukturiert.Hört ihr?! An all die hämischen und dämlichen Swerfs da draußen, dies ist eine Übergangslösung. Als dieser Beitrag online ging kommentierten sie Mist ala: „Endlich ein anständiger Job“ drunter. Ausbeutung zu Mindestlohn, buckeln fürs Überleben. Ich mache es… aber nur so lange ich muss. Mein Wort darauf, dass Ihr Euch dieser oberflächlich heilen Welt ohne Sexarbeit, die aber nur umso mehr kaputt ist, wenn man mal genauer hinschaut, nicht lange werdet erfreuen dürfen.

Vielleicht höre ich den einen oder die andere in den kommenden Tagen mal?
Bis bald!

Eure Ruby

 

Mademoiselle Ruby und der Kurs „BDSM als Professionelle Dienstleistung“

Am 24.4. und 25.4.2020 startet die Social Sanctum Academy mit ihrem ersten Workshop. In der Social Sanctum Academy werden Coachings & Workshops rund um das Thema BDSM im Angebot sein.
Ich habe die Ehre neben Madame Charlotte diesen Workshop zu leiten:

BDSM als Professionelle Dienstleistung

Du möchtest als Domina oder Dominus, Bizarrlady, Switcher*in oder Sklav*in in den Profi – SM einsteigen und damit Geld verdienen?
Unser Workshop möchte empowern, und zwar Dich!

Das ist leichter gesagt als getan, denkst Du?
Richtig. Aber wir unterstützen Dich! Ich hätte mir in meinen Anfängen im Sexwork wirklich jemanden gewünscht, der oder die mir die richtigen Fragen stellt, mir Stolpersteine aufzeigt und mir gleichzeitig den Raum lässt, den jede*r benötigt um sich frei entfalten zu können. Ein Grund mehr, heut genau solch einen Raum für Berufseinsteiger*innen zu gestalten.

Madame Charlotte und ich haben uns Gedanken gemacht und in diesem Basiskurs einen Plan aufgestellt: 10 Zeitstunden lang nehmen wir uns Zeit für die absoluten Basics rund um Deinen Start in den BDSM – Sexwork. Bewusst beziehen wir dabei auch die passiven Akteur*innen mit ein, ich habe selbst rein passiv begonnen und de facto ist all das Wissen rund um Gesundheit, Marketing, Psychohygiene und Spielarten für Bottoms mindestens genau so wichtig wie für die Tops. Damit nicht alles graue Theorie bleibt, werden wir am Samstag am lebenden Objekt üben. Natürlich auch Gesprächsführung, aber eben auch Praktiken, wie Fesseln, Schlagen, Klammern und vieles mehr.
Außerdem führen wir Euch in die wichtigen Regulierungen von Sexarbeit in Deutschland ein und briefen Euch zu Behördengängen und dem Registrierungsprozess. Natürlich bekommst Du bei uns auch Infos zum lokalen Netzwerk, sowie welche Beratungsstelle für Dich zuständig ist.

Zum Abschluss am Samstag geben wir Dir Hausaufgaben mit, die Dir ermöglichen in den kommenden Wochen aktiv an Deinem beruflichen Alter Ego zu feilen oder right away zu starten.

Basis? Das klingt nach einer Fortsetzung?
Im Juni wird es einen Aufbaukurs geben, in dem wir alle angesprochenen Punkte vertiefen und um Storytelling, komplexere Praktiken, sowie Sessionaufbau erweitern. Wir haben aber bewusst das ansonsten in der Szene übliche Format von einem Wochenend-Dominakurs aufgebrochen und geben Euch zwischen den Workshops im April und im Juni somit Gelegenheit erste Erfahrungen zu sammeln und praktisch zu arbeiten. Wir glauben, dass auf diese Weise eine qualitative Grundlage für Rückfragen, Vertiefung und Professionalisierung geschaffen wird.

Zur Anmeldung
Sende uns eine Email an social@thesanctum.de

Whoroscope Podcast

Hier geht es zur Spendenkampagne:
Jeder Beitrag zählt und finanziert zum Beispiel Aufwandsentschädigungen, Honorare und Reisekosten für Teilnehmende Sexarbeiter*innen, Aktivist*innen und Forschende am Whoroscope Podcast:
http://www.leetchi.com/c/whoroscope-podcast

Whoroscope Podcast:

Das Hurenhoroskop zu Morgen, Gestern & Heute

Der Whoroscope Podcast ist ein Projekt von Fabienne Freymadl und mir. Als unabhängige Sexarbeitsaktivistinnen lag es uns am Herzen, unserer Sicht der Dinge Ausdruck zu verleihen.

Was ist das denn für eine Sicht der Dinge, und warum sollte die Gehör finden?

Sexarbeiter*innen sind Autor*innen in vielen Bereichen, zum Beispiel wenn es darum geht, das politische Zeitgeschehen mit Bezug auf die Sexarbeit zu analysieren und dabei den Interessen von Sexarbeitenden Ausdruck zu verleihen. Außerdem gibt es natürlich Interviews, Talkshow, kleine Clips, aber auch große Dokumentationen oder ganze Filme, die sich mit dem Thema Sexarbeit auseinander setzen. Manchmal geben andere Personen den Sexarbeiter*innen Raum und manchmal verantworten die Sexarbeitenden Inhalte, Format und Themen selbst. So gibt es auch Sexarbeitende, die auf eigenen Kanälen über ihr Leben und Lifestyle (als Sexarbeiter*innen) sprechen. Es gibt da sehr berührende und wichtige Formate und mir liegt es fern, diese Beiträge zu schmälern. Mit Whoroscope wollten Fabienne und ich aber etwas jenseits des inhaltlichen Passepartout ergänzen, und unseren Blick öffnen, für alle Bezüge, die sich ergeben. Ich persönlich würde sogar so weit gehen, die Selbstzensur und die mediale Marginalisierung zurückzuweisen, die Teil des Stigmas ist und der zufolge Sexarbeitende sich gerademal über Sexarbeit aber nicht zu anderen Themen äußern sollen.

Und doch ist der Blick von zwei Sexarbeiterinnen auf die Gesellschaft ein sehr spezifischer und kritischer. Aufgrund der Marginalisierung und des Stigmas haben wir ein anderes Verständnis von sozialen Vorgängen, der Verteilung von Arm & Reich, haben den Begriff Arbeit unzählige Male reflektiert, kennen das Gefühl von Diskriminierung, Ausgrenzung und mit der Doppelmoral der Politiker*innen sind wir sowieso auf Du & Du.

Whoroscope: Ein Horoskop der Gegenwartskultur aus der Perspektive der Sexarbeit?

Bei der Titelfindung war es uns wichtig, den Bezug zu unserem Beruf herzustellen, aber gleichzeitig damit zu spielen. Einen guten Titel zu finden ist gar nicht so einfach. Whoroscope beinhaltet den Begriff Whore (engl. Hure) und Horoskop. Jede*r verbindet etwas mit dem Begriff Horoskop . Doch was bedeutet das Wort eigentlich? Es leitet sich aus dem Altgriechischen ab, von ὥρα, hora, „Stunde“, und σκοπεῖν, skopéin, „betrachten” , also Horoskop: die Stundenbetrachtung und Whoroscope die Hurenbetrachtung. In der heutigen Gebauchssprache steht das Horoskop wahrscheinlich nicht (mehr) für analytische Betrachtung, sondern eher für Alltagsspiritualität und Esoterik. Eine passendere Blaupause konnten wir uns nicht wünschen, denn auch um die Sexarbeit ranken sich jede Menge Mythen, Legenden und Märchen – somit war der Whoroscope Podcast geboren.

Making of
Der Pilot: Die Arbeit mit der Arbeit.

Wenn man Dinge das erste Mal tut gibt es noch keine Routinen, keine bewährten Strategien. Von den ersten technischen Stolperschritten bis hin zur Veröffentlichung des Piloten war es ein langes Stück Arbeit. Inhaltlich genauso. Das Thema Arbeit ist riesig, komplex, widersprüchlich, man droht sich komplett darin zu verlieren. Und immer wieder die Frage, wen soll das interessieren? Was macht unsere Sicht hörenswert?
Für eine Veranstaltung im März in Österreich war ich sowieso gerade dabei, mir einen Überblick über Veröffentlichungen zum Thema Sexarbeit und Arbeitsbegriff zu verschaffen. Fabienne brachte den Begriff digital nomads und gig economy ein. Im Spannungsfeld der Geschichte des Arbeitsbegriff und des Wandels, denn das Verständnis von Arbeit in den letzten Jahrhunderten durchgemacht hat, formte sich dann doch ein spannender Überblick.
In den ersten Feedbacks, die wir bekamen, hallten viele Fragen nach, die wir erwartet hatten: man hätte sich mehr Einsichten in die Sexarbeit gewünscht. Ich sage dazu, das sind die Hör- und Rezeptionsgewohnheiten, die ich eingangs angesprochen habe. Einerseits legen wir uns selbst darauf fest, über Sexarbeit zu sprechen, und das ist ja auch richtig & notwendig, denn wer soll es denn sonst tun? Schließlich sind wird die Expert*innen zu diesem Thema. Aber: Das Thema Sexarbeit ist ein Teil gesellschaftlicher Realität und die Bezüge zum Rest der Gesellschaft sind daher nicht ausgedacht, sondern real. Get over it. Am Beispiel des Begriffs „Arbeit“ wollen wir genau das verdeutlichen, und reden ganz wenig über unseren Job, das war Absicht.

2020. Das Jahr des Podcasts.

Wir haben vor eine Season zu produzieren. Die Themen werden noch nicht genau verraten, nur so viel: Es wird um Aktivismus, Kunst, politische Geschichte, reaktionären Anti-Feminismus und Forschung gehen. Bisher sind wir sowohl was Anschaffungskosten, als auch was Arbeitszeit anbelangt, massiv in Vorlage gegangen. Wenn Du uns finanziell unterstützen möchtest, lass es mich wissen.

Rückblick2019 – Ausblick 2020

2019 geht zur Neige. Dies war das 4. Jahr in dem ich hauptberuflich Sexarbeiterin bin. Jedes Jahr hat sich deutlich im Verhältnis zum Vorjahr unterschieden und seit 2018 auch verbessert.

2016 hatte ich alle Hände voll damit zu tun zu begreifen wie die Erotikbranche läuft und wie ich als Selbständige zum Beispiel Buchhaltung auf die Reihe bekomme und am Ende noch davon leben kann. „Anschaffen“ im  Nebenverdienst ist etwas komplett anderes als hauptberuflich Secarbeiterin zu sein, das ist meine Quintessenz aus diesen Jahren. Damit bin ich zu Beginn kolossal gescheitert. Nachdem es dann aber so ab Mitte/Ende 2017 in geordneteren Bahnen lief, und ich das Reisen oder auch Touren für mich entdeckt hatte, wurde es stetig besser.

2019 war ein sehr kontrastreiches Jahr: so gut, so problematisch war es auch.

Politisches und Aktivistisches

Politisch schlugen die Wellen hoch: nachdem das Prostituierten“schutz“gesetz mit großen logistischen Schwierigkeiten, de facto keinem Schutz für Sexarbeiter*innen aber vielen Repressionen im Paket und sehr wenig Akzeptanz in der Branche in Kraft war wurde aus der SPD und CDU die Forderung nach Sexkaufverbot laut und lauter. Solche Quasi-Berufsverbote stellen einen massiven Angriff auf demokratische Rechte nicht nur der Sexarbeitenden sondern aller Menschen dar.

Persönlich musste ich für mich erkennen, dass ich mein Engagement im Berufsverband nicht fortsetzen mochte. Leider sind die politischen Fragen dieses Prozesses auch nach 6 Monaten nicht aufgearbeitet und mich schmerzt es, dass selbst unter Kolleg*innen Themen lieber unter den Teppich gekehrt werden. Nicht ernst genommen zu werden, abgewimmelt und vertagt… Wow… damit hätte ich aus der kollegialen Ecke nicht gerechnet. Bis heute haben sich die Akteur*innen nicht dazu geäußert. Adieu Berufsverband.

Das Gute daran: ich kann meine Meinung zu Sexarbeit & Gesellschaft nun viel freier äußern und habe mehr Zeit zu schreiben. Außerdem wird es in 2020 den Podcast geben. Er heißt Whoroscope  und ist ein gemeinsames Projekt von Lady Velvet Steel  und mir.

Herausragend war die Teilnahme an der Ausstellung Red Umbrella Struggles in Oldenburg. Dort wurde Kunst präsentiert, die von Sexarbeit erzählt, oder eine Zusammenarbeit von Sexarbeitenden und Künstlern ist. Diese Werke musealsiert zu sehen, hat mich sehr sehr stolz gemacht. Das anschließende Gespräch mit den Besuchern war auch von sehr viel Respekt geprägt. Es ergaben sich sogar weitere Termine in der Folge, um über Sexarbeit und Stigma zu sprechen.

Im September hat es mir sehr viel Freude gemacht bei der DSTIG (Deutsche STI Gesellschaft) über den positiven Wert von Sexarbeit für sexuelle Vielfalt und sexuelle Gesundheit zu sprechen. Endlich ein würdigender Blick auf Prostitution. Hier das Video zur Rede.

Im November war mein Highlight das Netzwerktreffen der Gesellschaft für kritische Sexarbeits- und Prostitutionsforschung in Graz. Bei sehr morbider Stimmung und vor der historischen Kulisse der Altstadt Graz durfte ich über Sexarbeitsaktivismus und den Druck der Anpassung an die Tagespolitik sprechen. Meinen Input wird es in einer schriftlichen Fassung hier auch noch zu lesen geben.

 Best of sessions 2019

Da war viel Tolles dabei.

Im März habe ich eine Ausbildung in Hypnose gemacht und konnte dann ab Mai damit in Sessions arbeiten. Diese Technik durch Suggestionen und Entspannung eine sehr intensive Atmosphäre vor allem im Kopf des*r Kund*in entstehen zu lassen ist sehr wertvoll für mich und unterstützt meine Arbeit.

Einige meiner Kund*innen sehen nicht so gut, oder hören schwer, manche können ihre Aufmerksamkeit nur schwer konzentrieren und noch schwerer entspannen und loslassen, manche sind nicht so beweglich oder mental sehr fragil. Für diese Menschen und ihre Sexualität zu catern, war mir 2019 ein besonderes Anliegen und ich bin sehr froh, dass Ihr meine Kund*innen seid. Ich bringe Euch große Achtung entgegen und bin offen für Eure Bedürfnisse. In 2020 werde ich für Euch Audios in meiner Homepage integrieren, so dass ein kleiner Schritt Richtung Barrierefreiheit getan ist.

Besonders für mich waren und sind ja die Kitzelsessions. Ich kitzele für mein Leben gern und werde mindestens genau so gern ausgekitzelt. Im Sexwork mit dieser Vorliebe arbeiten zu können ist ein riesen Geschenk und Privileg für mich.

Stichwort: Reisende Gäste. In 2019 habe ich meinen Lebensmittelpunkt wieder ins östliche Berliner Umland verlagert und habe Bayern den Rücken gekehrt. Damit war es mit Gastspielen in Nürnberg, Karlsruhe oder auch Augsburg vorbei. Nach wie vor könnt ihr mich zwar noch in Nürnberg buchen, aber nur mit langem terminlichen Vorlauf und nicht spontan. Umso mehr beschenkt es mich, wenn Gäste für mich reisen. Nach München oder nach Berlin. Das ist einfach toll. Meine größte Hochachtung gilt dem australischen Gast, der sich jetzt angesprochen fühlt und mit dem ich dann die leider nachlassende Berliner Partylandschaft unsicher mache. Oder der Schweizer Fußsklave, der mich in München besucht…

Stichwort: Reisende Ruby. Seit November trefft ihr mich auch in Hannover, im The Sanctum. Dort habe ich hingebungsvolle und experimentierfreudige Gäste getroffen und freue mich auf 2020. Monatlich bin ich dort 2 Mal anzutreffen, Termine sollten vorab gebucht werden. Gern ermögliche ich auch Overnights und individuelle Sessions ab 3h Länge zu anderen Terminen.

Age Play – Sessions. Ein Overnight im Windelwunderland letztes Jahr ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Mit viel Sorgfalt hatte der Gast Outfits ausgesucht, insbesondere in schwerem Gummi zusammengestellt, die ich seitdem für ihn in Verwahrung habe: Bis zum nächsten Mal!

Ruby passiv. In 2019 hat es irgendwann in meinem Kopf Klick gemacht und da war sie wieder, die Lust an der Auslieferung. Nach langer Zeit spürte ich meine devote Seite wieder stärker. Ich würde mich in 2020 darüber freuen, wenn Menschen mit dominanter und sadistischer Veranlagung sich trauen, mich,  eine starke selbständige Frau zu leiten und zu beherrschen. Für mich ist dabei das Vertrauen das Allerwichtigste. So wie ich versuche, in meinen zu 90% dominanten Sessions Konsens als das oberste Priorität von Respekt und Wertschätzung zu behandeln, erwarte ich dies auch von Menschen, die mich submissiv buchen. Ich lasse mich auch gern fesseln, mehr dazu in meinem Blog über Bondage und Ropes.

Miscellaneous

Freut Euch auf diese Neuigkeiten in 2020:

Es wird ein Zofenspecial in Berlin im LUX Dominastudio geben. Lady Velvet Steel und ich entführen Euch auf eine Reise rund um Rebellion, Restriktion und Respekt. Ruby als Zofe… sehr selbst.

Ab Sommer 2020 wird entführt. Mit allem Drum und Dran. Wenn Dich das interessiert, stay tuned und schau hier ab und an rein. Es sind tolle Ladies und besondere Doms dabei.

In 2020 wird es ein Angebot zur kollegialen Supervision geben, weiterhin biete ich wie immer Coachings für Kolleg*innen und auch für Kund*innen an. Für einen begrenzten Personenkreis wird es auch die Option geben, pferdegestützt zu arbeiten. Ganz ohne Kink, versteht sich.

So weit – so gut! Ich freue mich auf Euch in 2020.

 

 

 

 

 

Kitzelfolter – Hochgenuss: Die Lust zu Kitzeln und gekitzelt zu werden

Ein kleiner Eindruck von einem Szenario rund um die Kitzelfolter.
Schon als Kind habe ich es geliebt… das „gekitzelt werden“. Ausgekitzelt zu werden hat mich von jeher verzückt und mir großes Wohlbehagen und gründliche Kontrollverluste beschert.

Ich weiß noch genau, wie meine Oma, die ihrer Lieblingsenkelin nichts abschlagen wollte oder konnte mich stundenlang am Rücken kitzelte. Es waren sanfte Berührungen,  die mich aber in schlimmste Aufruhr versetzten. War ich richtig drin, dann war keine Berührung mehr möglich, ohne dass ich schier kollabierte. Zentimeter bevor der Finger mich berührte, zuckte ich schon und gurrte verzückt.

Ich bin so empfindlich am Rücken und an anderen Stellen – die ich nicht verrate, denn nun ja  vielleicht möchte das noch jemand herausfinden, dass noch stunden-, ja tagelang eine große Sensibilität bleibt. Es ist eine Tortur, die nicht selten dazu führt, dass ich in Tränen aufgelöst bin, aber sie schafft auch eine große Nähe.

Mir war damals nicht klar, dass mich dieser Fetisch ein ganzes Leben begleiten wird und mir war auch nicht klar, dass ich es sogar einmal als sexuelle Dienstleistung anbieten würde. Es sind Sessions, die meist länger sind als die übliche Stunde. Es sind Sessions, die enormen Rapport und Resonanz erzeugen. Ich gehe an mein Limit und ich fordere auch von meinen Mitspieler*innen, dass sie an ihre Grenzen gehen. Kitzeln ist eine Strategie von Zwang,  Kontrolle, Selbstaufgabe und Auflösen im Fühlen, im Hier & Jetzt. Es sind manchmal die zarten Berührungen, die großes Echo auslösen und manchmal ist es das krude Wühlen im anderen Körper, das Ertasten des Rippenbogen, der Lymphe, jedes Zucken ist ein Roman von Widerstand und Kapitulation. Man kann auch äußerst intim kitzeln.

Ich komponiere in meinen Kitzelsessions komplexe Erfahrungen, suche mit Bedacht Musik zwischen  Sphäre und Alternative-Rock aus, lasse atmen und kombiniere Kitzeln auf Wunsch mit Bastonade, Spanking und Ringen, genauso wie Atemkontrolle und strenger Restriktion und natürlich mit Fußerotik.

Manchmal reichen 2 Hände nicht, dann sollen es 2 Paar sein, oder sogar mehr? Gern offeriere ich Sessions im Doppel, erbarmungslos und einfühlsam, ganz nach Gusto. Es ist mir eine absolute und umfassende Freude, Dich in meinen Händen zu wissen und mich in Deine zu begeben.

Ich liege nach so einer mehrstündigen Kitzelei gern in der Badewanne und lausche dem Adrenalin das nur langsam abebbt. Meine Kreativität ist in solchen Momenten wach und fokussiert, doch der Körper ist schwer und ausgelaugt.

Der Subspace beim Kitzeln ist der Moment in dem Du aufhörst darüber zu grübeln, wieso diese Stelle mehr kitzelt als eine andere, wieso, warum, weshalb. Es ist der Augenblick indem Du vollkommen im Jetzt bist, zappelst und nach Atem ringst. Wo Dein Körper sich in  Kaskaden des Lachens, Gurrens, Kicherns und Nervenkitzels aufbäumt, gegen die Fesseln rebelliert und doch irgendwann aufgibt. Es gibt in diesem besonderen Moment kein Gestern & kein Morgen – nur Kontrollverlust. Es passiert, dass ich mich in solchen Momenten um Kopf und Kragen rede, Versprechungen mache, Wetten verliere und am Ende zur genussvollen Rechenschaft gezogen werde. Oder aber Deinen Kopf ganz nah an meine Füße ziehe und Dir zuflüsterte, dass Du jetzt entweder sehr gut an meinen Zehen lutschen wirst… oder ich kein Erbarmen beim Kitzeln zeigen werde.

Welche politische Strategie wahrt die Rechte von Sexarbeiter*innen angesichts drohender Freierkriminalisierung?

Eine Polemik zu Beschwichtigung und der Illusion von demokratischer Beteiligung

oder

Welche politische Strategie wahrt die Rechte von Sexarbeiter*innen angesichts drohender Freierkriminalisierung?

 

Am 07.11. fand in der Landesvertretung Hamburg ein Fachtag mit dem Bandwurmtitel statt:

„Sexarbeit und Menschenhandel im Spannungsverhältnis zwischen Regulation und Abolitionismus – im Spiegel des ProstSchG und Nordischem Modell.“

Nach der Einberufung des interfraktionellen Arbeitskreises „Prostitution – wohin?“ von CDU/CSU und der SPD wollte der Fachtag am 07.11. informieren und bot sehr interessante Vorträge, zum Beispiel von Christine Nagl und Susanne Dodillet, die sich beide kritisch mit dem Sexkaufverbot auseinandersetzen.

Auch wenn ich mich in diesem Text kritisch mit dem Zweck solcher Veranstaltungen befasse, möchte ich trotzdem für die Inputs danken und die guten Absichten würdigen, die mit am Werke waren.

Nach dem Fachtag zu Sexarbeit war ich ziemlich erschöpft und habe mich gefragt, woran das lag?
Einerseits an der Tristesse des praktizierten Sexkaufverbots mit großen Nachteilen für Sexarbeiter*innen in diesen Ländern. Christine Nagl hat sehr anschaulich illustriert, welche schlimmen Folgen Freierkriminalisierung in Irland, Schweden, Norwegen und Frankreich für Kolleg*innen hat und wie sehr diese Gesetzgebung dazu instrumentalisiert wird, unliebsame Migration durch Abschiebungen zu bekämpfen. Die Hybris bei der Behauptung, in diesen Fällen läge Menschenhandel vor, zeigt sich an dem Fakt, dass für die Abgeschobenen (in diesem Fall am Beispiel Österreich) keinerlei Opferschutz oder Fürsorge getroffen wird. Das Diktum des Menschenhandels endet an der Grenze, man schickt sogar Informationen ins Heimatland der Sexarbeiter*in um dort ihre Umerziehung zu fördern. Was das in Ländern wie China bedeuten kann, bedarf keiner großen Fantasie. Ich möchte aber gar nicht so sehr berichten, was der Inhalt der Vorträge war. Auf Twitter (@KF_SW_aktivism) habe ich das live so gut es ging dokumentiert. Außerdem werden die Inhalte wohl in den kommenden Wochen online gestellt.

Andererseits ließ sich meine Müdigkeit wohl auf die Dumpfheit zurückführen, die die Einsicht
begleitet, dass die Freierkriminalisierung Meinungsmache ist. Dies geben sogar offizielle Stellen zu: Es geht explizit darum, dass das konsensuelle Anbieten einer sexuellen Dienstleistung nicht moralisch tolerierbar ist.

Meinungsmache statt Fakten

Fakt ist, dass sich Politiker*innen in den Ländern mit Sexkaufverbot, sich auf einen Wertekanon berufen und mit mit ihrem Tun die Grundrechte freie Berufswahl und Würde, sowie Selbstbestimmung von Sexarbeitenden angreifen. Mich alarmiert in höchstem Maße, dass die Politiker*innen sich zu den Erfüllungsgehilfen einer wertekonservativen und sehr normativen Ethik machen, die Sexualdisziplinierung ausübt und nicht symmetrische Formen von Sexualität diskriminiert.

Nun richtete sich der Fachtag vom 07.11. ja an Politiker*innen, die sich eine Meinung zum Sexkaufverbot bilden wollen/sollen. Die Faktenlage zum Sexkaufverbot und die schlimmen Angriffe auf die Menschenrechte von Sexarbeitenden (zum Beispiel Kindesentzug, Strafen gegen sog. Profiteure der Sexarbeit, auch Eltern und Kinder) ist eindeutig. Wer nach solchen Vorträgen noch überlegen muss, ob er für oder gegen ein Sexkaufverbot in Deutschland ist, hat in meinen Augen den Schuss nicht gehört. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Dennoch gab es genug Fragen aus dem Auditorium, die tief blicken ließen.
Offen elitäre Äußerungen wie der Ruf nach sozialer Kontrolle, Gentrifizierung sowie eine Ausrichtung auf die gehobene Mittelklasse (möchte man in St. Georg eine Kanzlei eröffnen?) machen klipp und klar, dass die geladenen Politiker*innen nicht aufgrund der Faktenlage entscheiden werden.
Es geht wie in anderen politischen Fragen in unserer Gesellschaft um Machbarkeit, Anpassung und Opportunismus.

Wir Sexarbeitende sind in der Regel nicht Teil der Klientel von Politiker*innen, es gibt nichts zu gewinnen, wenn man sich für sie einsetzt, aber für die Karriere viel zu verlieren, wenn man sich dieses Thema vornimmt. Überhaupt ist es mühsam, abzuwägen und sich zu informieren. Christine Nagl brachte es auf den Punkt: „Es ist einfacher zu regulieren, als zu differenzieren“.

Basisarbeit und Netzwerk für die Verteidigung demokratischer Rechte

Mit ein paar Tagen Abstand haben sich zwei nagende Gefühle bei mir eingestellt: Frustration und große Besorgnis, verbunden mit einer eindringlichen Warnung.

Die Frustration liegt darin begründet, dass ich keinerlei demokratische Beteiligung von Sexarbeitenden ablesen kann. Über unseren Kopf hinweg wurde bereits das ProstSchG verhängt und die Angriffe auf unsere demokratischen Rechte gehen munter weiter. Es ist und bleibt aber die wichtigste politische Forderung unsere demokratischen Rechte zu verteigen: denn:

Sexarbeiter*innenrechte sind Menschenrechte

Fallen solche Rechte, wie  in Deutschland seit 2017unter den Tisch, werden die Folgen davon alle zu spüren bekommen. Wir Huren sind nur neben Migrant*innen die Ersten. Und darauf gilt es immer wieder hinzuweisen.

Das Kalkül der Beschwichtigung

Die Besorgnis beruht auf Folgendem: Solche Veranstaltungen, wie der Fachtag vom 7.11., haben in meinen Augen vor allem einen Zweck: Es geht um Beschwichtigung und um die Illusion von Meinungsbildung und Einbindung in den demokratischen Prozess. Es wird später, übrigens genauso wie beim ProstSchG heißen, es haben doch Gespräche stattgefunden, die Sexarbeitenden sind doch gehört worden. Man habe leider anders entscheiden müssen.

Deswegen möchte ich aus meiner Sicht der Aktivistin und Sexarbeiterin davor warnen, die Strategie der Einflussnahme auf Politiker*innen weiter mit großer Priorität zu verfolgen. Sie reicht nicht aus und bindet Energien, die für Basisarbeit und Vernetzung essentiell sind. Es müssen eigene Kanäle aufgebaut werden, eigene Themen angeeignet werden und das Thema des Abbaus demokratischer Rechte und die Gefahr für ALLE darin muss in der Gesellschaft ankommen.

Ich höre immer wieder die absolut unkritische Haltung: „Das sind doch nur einige wenige Poltiker*innen, die wirklich für ein Sexkaufverbot sind.“ An solchen Aussagen lässt sich ablesen, dass große Illusionen in die Funktionsweise von Politik in einem ausbeuterischen System herrschen. Die Politiker*innen sind kaum unsere Freund*innen und sie bilden sich auch keine Meinung und bleiben dieser dann treu, wenn sie hoffentlich gegen ein Sexkaufverbot sind. Die Politik bildet die Interessen von wenigen zuungunsten vieler ab. Sozialabbau, Rechtsruck und Einsparungen im Bildungssektor zeichnen ein klares Bild von der politischen Agenda unserer gewählten Vertreter*innen. Aus opportunistischen Beweggründen weichen Parteien nach der Wahl von ihren Wahlversprechen ab, und da geht es um die Interessen vieler und sie kommen damit durch. Woher kommt der Irrglaube, dass es in Bezug auf das Sexkaufverbot anders sein wird?

An Stelle von Top-Down-Veranstaltungen, die sich an Politiker*innen wenden, müssen die Inhalte von Dodillet und Nagl auf ihre gesamtgesellschaftliche Aussage hin untersucht werden.

Wem nützt Sexualdisziplin?

Wem nützt ein normativer Moralkonsens?

Wer verliert und wer gewinnt auf kurze und lange Sicht bei solchen Alibiveranstaltungen und Randthemen wie Sexkaufverbot?

Wie kann man den Angriffen auf demokratische Rechte etwas entgegensetzen?

Erotische Hypnose und anale Massage

Am Sonntag, den 03.11.2019 kannst Du zwei aufregende Damen im Doppelpack erleben. Analmeisterin Bizarrlady Carmen (siehe http://mademoiselleruby.com/friends/) und ich geben uns die Ehre. An diesem Sonntag weilen wir zu zweit im Münchner Studio Unschlagbar „Avantgarde de Sade“ und lassen Dir unsere besondere Mischung aus erotischer Hypnose und analer Massage angedeihen.

Aufgrund der hohen Nachfrage empfehlen wir die frühzeitige Terminabsprache, mindestens jedoch 24h im Voraus. Entweder hier oder bei Bizarrlady Carmen.

Neben der einmaligen Mischung aus erotischer Hypnose und analer Massage bieten wir Dir auch andere Szenarien zu zweit an:

  • Lustobjekt zweier lüsterner Damen
  • Schmerz & Lust
  • Menage a trois (auf Wunsch mit mir passiv)

Die Heilige und die Hure

Neu in Hannover, neu im Sanctum und sehr neugierig

Seit meiner Rückkehr nach Berlin/Brandenburg habe ich nach einem sinnvollen Gastspiel gesucht. Leider ist Karlsruhe aufgrund der schlechten Verbindung und der großen Distanz zu meinem jetzigen Wohnort nicht mehr machbar. Schade, aber ich bin weiterhin in München anzutreffen.

Ich habe schon länger mit Hannover geliebäugelt, bin ich doch auch eine Anhängerin von komplexen Rollenspielen, Inhaftierungen und liebevoll gestalteten Studioräumen.

Als ich dann von der Eröffnung des „THE SANCTUM“ hörte und erfuhr, dass die dort arbeitenden Damen den Titel SAINT führen, war ich gleich ziemlich begeistert. Als ich von dem spannenden Konzept des SOCIAL SANCTUM erfuhr, das Workshops, Kurse und Coaching beinhaltet befeuerte das meine Motivation noch zusätzlich.

Als Bizarrlady mit Schwerpunkt Hypnose, erotischer Ringkampf, Ageplay und Dirty Games bringe ich meine Expertise ab dem 21.11.2019 in diese heiligen Hallen ein. Ein weiterer Termin ist bereits für den 28.11. avisiert und ab Dezember pendeln wir uns dann auf 2-3 Tagestermine im Monat ein.

Gern sind auch Langzeiterziehungen, Dinnertimes oder Workshops/Coachings möglich, allerdings nicht spontan, sondern auf dem üblichen Wegen, wie Em@il, Telefon oder über das Kontaktformular meiner Homepage. Genauso möchte ich die Interessenten darauf hinweisen, dass Outfitwünsche mindestens am Vortag der Anwesenheit anzufragen sind.

Noch ein Wort in einer Sache.

Mademoiselle Ruby hat auch eine passive Seite und ja, sie switcht auch. Allerdings bewerbe ich diesen Aspekt von mir nicht eigens, da der falsche Eindruck entsteht, ich würde all die Aspekte die mich als vornehmlich dominant agierende Bizarrlady ausmachen mit einem Wimpernschlag ablegen. Nein, das ist nicht so. Bei mir verdienst Du Dir Deine Dominanz und (in Grenzen) Deinen Sadismus durch Erfahrenheit, Einfühlsamkeit und Kommunikation. In den wenigsten Fällen werden wir zusammenkommen, wenn Du ein Telefongespräch z.B. mit diesen Worten einleitest:

„Du bist auch Sklavin?“ Nein, bin ich nicht.

Ich kann zwar tief in dieses Spiel einsteigen, aber alle Ansprüche, die ich an mich in der dominanten Rolle lege, kommen nun auf Dich zu. Inklusive eines Aufschlags im Honorar, wenn Du mich passiv erleben möchtest. Und die Tabus, die ich ja sorgfältig darlege, gelten natürlich auch für meine passive Seite.

„Aber als Sklavin bieten Sie doch sicher Verkehr an?“ Nein, das tue ich nicht. Deswegen wird unser Spiel nicht weniger reizvoll.

Zu haben bin ich jederzeit für Rollenwechsel/Kitzelfolter/nahbare Spiele/Bodyworship.

Sehr gern bin ich je nach Rahmen die Heilige, die Hure, und meistens beides.

Ich freue mich auf Deinen Besuch im SANCTUM.

 

Urlaub – kommt von Erlauben

Urlaub – Kommt von erlauben
(mittelhochdeutsch urloup – Erlaubnis weg zu gehen)

Es fällt mir gar nicht so leicht, in den Urlaub zu gehen. Erst freue ich mich Wochen darauf, dann rückt das Datum näher und ich fange an zu rotieren, MUSS ich gerade JETZT wirklich fahren, KANN ich gerade jetzt wirklich fahren? Oder SOLLTE ich es nicht doch noch kurzfristig absagen?
Früher, als ich noch angestellt war, konnte ich es kaum erwarten, obwohl danach sich der Berg der Arbeit meist noch höher auftürmte als vor dem Urlaub. Jetzt hat sich einiges geändert…

Die Arbeit ist besser bezahlt und zeitlich deutlich weniger umfangreich als noch zur Vollzeit-Abhängig-Beschäftigung. Sie macht mir Spaß und erlaubt mir andere Projekte zu verfolgen. Ich habe mehr Zeit für mein Pferd und meine Katzen, für politische Arbeit, für Freundschaften und Beziehungen. Der Druck (da meldet sich das Pflichtbewusstsein) Urlaub zu machen hat also deutlich nachgelassen und die viel beschworene Work-Life-Balance ist besser geworden.
„Warum dann Urlaub?“ fragt das routineliebende Vogelsträusschen in mir. „Kopf in den Sand und weiter wie bisher!“
„Und überhaupt, Urlaub für 8 Tage? Das lohnt sich doch gar nicht!“ Sagt die vielgereiste Langzeittravellerin. „Alles unter 3 Wochen ist doch eh sinnlos.“
„Und dann allein?“ beschwert sich die auf Harmonie gebürstete Frau, die es satt hat mitleidig und irritiert in Bars und Restaurants begrüßt zu werden. Warum allein ist hier die unausgesprochene Frage. Ein Mann allein ist meist besser akzeptiert als eine Frau allein.

Und dann ist es soweit. Der Tag ist da, es geht los. Bis ich den Koffer in die Hand nehme ich aus meiner Wohnungstür trete ist dieser Moment für mich stets unwirklich und weit weg. Bin ich dann unterwegs fühlt es sich… gut… an. Ich genieße schon die Anfahrt zum Bahnhof oder zum Flughafen. Keine alltäglichen Verpflichtungen. Wenn es später wird, egal. Niemand wartet auf mich. Ich genieße es gelassen bleiben zu können, weil ich schon viel unterwegs war und mir sage, ich bin zwar spät dran, aber es hängt nichts davon ab. Ich genieße es, keinen festen Plan zu haben, sondern die Dinge auf mich zukommen lassen zu können.
Im Urlaub ist es dann auch ein Auf und Ab. Meine Routine im Alltag einen ziemlich festen Zeitplan zu haben um Allem und Allen gerecht zu werden, macht sich auch dann bemerkbar, wenn sie eigentlich deutlich auf die Pausenbank verwiesen wurde.
Gelingt es mir, nicht in Rotieren zu kommen, entstehen kreative Bubbles aus denen ich Lust bekomme, was zu schreiben, auf andere Gedanken komme, gute Einfälle habe. Urlaub war für mich noch nie faul am Strand liegen. Ich mag aktiv sein, wandern, mich weiterbilden, lesen, etwas recherchieren. Ich habe dann Zeit für Dinge, die sonst zu kurz kommen.
Auch wenn ich manchmal fast das Gefühl habe, mich dafür rechtfertigen zu müssen, ich bin auch gern -mal- allein. Andere Menschen bringen immer zu Recht auch ihre Themen mit und ich bin in dieser Hinsicht wie ein Schwamm. Ich sauge ihre Bedürfnisse und Wünsche auf und wenn der Schwamm voll ist, dann habe ich wenig für mich selbst aufgesogen. Das ist nicht der Fehler der anderen, aber es fällt mir schwer, darauf zu achten und eine gute Balance zu finden.
Es ist alles gut, wenn ich im Jetzt ankomme. Das ist ja nicht wie ein Kippschalter, sondern das sind Momente. Wenn ich den donnernden Wellen am Atlantik lausche, wenn mich die Farben der Klippen faszinieren, wenn ich die duftende Luft einatmen und an NICHTS anderes denken kann. Wenn ich durch einen Pinienwald laufe und sich über mir eine grüne Kuppel erstreckt, wenn ich bei meiner reiterlichen Fortbildung spüre, da waren das Pferd und ich ganz miteinander, wenn ich mit einer Tasse Kaffee im Bett den Laptop auf den Beinen balanciere und endlich die Texte schreibe , die ich schon lange schreiben möchte. Wenn ich es genieße unterwegs zu sein und keine Agenda habe, sondern es mal laufen lasse.
Erlauben – Urlauben.
Die Antworten lauten:
Urlaub, weil:
Auch eine angenehme Routine eine Routine ist und gewisse Gedanken schwerer denkbar sind wenn man funktioniert.
Auch 8 Tage eine valide Zeit sind und wer stellt eigentlich diese BESCHEUERTEN Regeln von 3 Wochen auf?!
Es mir f*cking egal sein kann ob Leute denken eine Frau ist nur vollständig in Gesellschaft oder dass es Verschwendung sei, diese Zeit allein zu verbringen. Es tut mir gut und die Leute dürfen ihre Vorurteile behalten.
Ciao Vogelsträusschen,
Ciao Langzeittraveller*in und
Ciao Menschen, die das Bedürfnis einer Frau allein sein zu wollen, nicht verstehen können oder wollen
– denn ich bin… im Urlaub.

RED UMBRELLA STRUGGLES

Edith-Russ-Haus für Medienkunst in Oldenburg
Noch bis 23.6.19

Vor einigen Monaten las ich im Forum des Berufsverbandes eine Anfrage, wo nach einer Referent*in gesucht wurde, die anlässlich einer Gruppenausstellung mit internationaler Beteiligung bereit wäre, einen Input zum Thema Sexarbeit zu geben.

Nach einem total interessanten Telefonat mit Herrn Blum, der für die Städtischen Museen in Oldenburg tätig ist, entschied ich mich dazu, teilzunehmen.

Ich hatte nur sehr nebelhafte Vorstellungen davon, was mich erwarten würde. Medienkunst, Installationen, kollaborative Arbeitsweise, die Verbindung von Sexarbeit und Kunst, das klang alles irgendwie spannend, mir fehlte aber komplett eine Idee, wie das gelingen könnte und ja, ich war auch skeptisch, ob das irgendwie hochtrabend oder überkandidelt sein würde.

Als ich gestern die Ausstellung vor der Veranstaltung besuchte, kam es ganz anders. Die Ausstellung macht mich stolz, stolz auf meine Arbeit, stolz auf die Hurenbewegung und stolz auf die Künstler*innen, die sich getraut haben, mal genauer hinzuschauen.

Die Arbeiten sind meist Kollaborationen zwischen SexWorkern und Künstler*innen. Petra Bauer, die Stipendiatin des Edith-Russ-Haus für Mendienkunst ist, hat mit SCOT-PEP, der schottischen Sexworkergewerkschaft eine Installation geschaffen. Über zwei Leinwänden hängt das wunderbare Banner von SCOT-PEP, also direkt vor der Nase von jedem Besucher der Ausstellung.

Das Banner ruft zur Einheit der SexWorker auf. Petra Bauer hat zwei Leinwände dazu gruppiert, auf der einen wird historisches Filmmaterial gezeigt: zum einen die Besetzung der Kirche 1975 in Lyon von 200 Sexarbeiterinnen von Carole Roussopoulos mit Les Prostituées de Lyon Parlent sowie der Film von Chantal Akermans Jeanne Dielman, 23 Quai du Commerce, 1080 Bruxelles, die die Sexarbeiterin Jeanne in ihrem Alltag zeigt.

Auf der anderen großen Leinwand zeigt die Schwedin Petra Bauer ihren Film WORKERS!, in dem Angehörige von SCOT-PEP einen Tag lang den schottischen Gewerkschaftskongress für ihre Arbeit nutzen. Die Aneignung dieses offiziellen Gebäudes macht sofort den Anspruch der Organisation klar, nämlich die Rechte von Sexarbeitenden auf Augenhöhe mit anderen Arbeiter*innen zu verteidigen. Manche Akteur*innen wollen unerkannt bleiben, andere schützen ihre Gesichter mit dem roten Regenschirm, manche zeigen sich der Kamera komplett. Petra Bauers Film ist sehr nah dran und schafft durch die Kameraführung das Gefühl, Teil der Versammlung zu sein.

Zwischen den beiden Leinwänden ist ein Seminartisch aufgestellt worden mit aktueller Literatur und Pads zur Hurenbewegung. Es lädt ein, sich an den Tisch zu setzen und ins Thema einzusteigen.

5 weitere Arbeiten werden in der Ausstellung gezeigt. Besonders spannend für mich war dabei der slowenische Künstler Tadej Pogačar, der 2001 auf der Biennale von Venedig einen Pavillon für den ersten Weltkongress der Sexarbeitenden nutzte, aus dem dann auch der RED UMBRELLA MARCH resultierte. Von diesem Zeitpunkt an war der rote Regenschirm fest als das Symbol unserer Bewegung installiert. Es folgten weitere Aktionen bis heute. Der Oberbegriff für diese Installationen ist CODE:RED, unter diesem Titel begann Tadej Pogačar 1999 sein partizipatorisches Langzeit-Projekt, das eine Art Plattform für Expert*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen und Sexarbeiter*innen darstellt. Es gab CODE:RED-Beiträge in Zagreb, Bangkok, Madrid und Sao Paolo. In Brasilien gab es die Aktion mit dem Modelabel DASPU, das eine Kollektion von Sexarbeitenden entwerfen und präsentieren ließ. Zusammengearbeitet hat Pogačar dort mit Davida, einer brasilianischen NGO, die sich mit den Rechten von Sexarbeitenden befasst.

Neben der spannenden Ausstellung hatten wir eine absolut anregende Diskussion. Doro von Phönix e.V. und ihre Kollegin und ich unterstützen den Rundgang durch die Ausstellung mit Einwürfen, Ergänzungen und Anmerkungen. Bei dem schon vorgestellten Werk von Petra Bauer kam mir natürlich gleich der Hurenkongress in den Sinn, wo wir ja auch ein etabliertes Gebäude zwei Tage lang für unsere Themen mit Beschlag belegten, und bei CODE:RED kam dann auch das Schwarmkunstprojekt STRICH:CODE:MOVE zu Wort. Wir haben uns mit den Veranstaltungsbesuchern über Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter*innen unterhalten, über das allgegenwärtige Stigma, die Situation mit dem ProstSchG und unsere Vernetzung in der Bewegung.

Eine Dame warf manchmal stark aggressiv immer wieder Zitate von Alice Schwarzer ein, fragte mich, was den Sex für mich persönlich sei und wie ich es wagen könne, für Frischfleisch, Menschenhandel und die Frau als Ware ganz andere Sichtweisen und Perspektiven zu haben. Es ging also hoch her. Mich hat das Publikum begeistert, das sehr rege mitdiskutiert hat. Die Besucher*innen bleiben immer reflektiert, und interessiert. Sie wollten Zusammenhänge besser verstehen und konnten auch für Außenstehende schwierige Zusammenhänge gut aushalten.

Solche Veranstaltungen nutzen uns, glaube ich, viel mehr als irgendwelche Schlagzeilen in den Massenmedien. Es war ein grandioser Abend mitten in der norddeutschen Provinz und ich habe viele Anregungen für meinen eigenen Aktivismus mitgegangen. In diesen tristen Zeiten ein echter Lichtblick!

Danke an das Edith-Russ-Haus für Medienkunst, das Team vor Ort und an die Kolleg*innen von Phönix e.V.