Der lange Sommer der langen Erziehungen

 

Der Sommer dieses Jahr umschloss uns fest im Griff seiner Hitze, die sonnendurchfluteten Tage wollten nicht enden und die schwülen Nächte hielten uns wach. Ein Klima, in dem manche Menschen beginnen zu träumen, erotisch zu träumen. Sie erträumen sich Auslieferung ohne den ständigen Blick auf die Uhr, Inhaftierung und Kontrollverlust, ohne Zeitgefühl, einfach eintauchen in diese Welt der Zwänge, Grenzen und des Gehorsams.
Thematisch stand dieser Sommer für mich unter der Überschrift:

Langzeit-Session

Es gab ein Wochenende mit dem Gipsmeister und seiner Gehilfin, die sich dann selbst die Meriten verdiente, es gab eine lange und grausame Inhaftierung, es gab Ponyspiele bei 38°C im Schatten und es gab strenge Windelzucht. Hinzu kamen Partybesuche und eine Reise mit einem Gast. Wir haben geschwitzt, es lief uns feucht den Rücken herunter, und doch besaß dieser lange Sommer eine ganz eigene Intensität, an die ich noch lange zurück denken werde.

Du träumst also auch von diesen langen Sessions? Möchtest so etwas aber nicht nur im SM-Studio erleben, sondern eventuell Outdoor oder mit einem Partybesuch verbinden, oder kultivierte Gespräche führen, lange Spaziergänge an meiner Seite mit guten Gesprächen füllen?

Hier eine kleine Übersicht an Dingen, die Du bei Deiner Planung berücksichtigen solltest:

Vorher:

  • Am Anfang steht die Lust, mich in Dein Vorhaben einzuweihen. Triff mich zu einer Dinnertime und lass uns über Deine Idee rund um Inhaftierung, Psychiatrie, Gipssanatorium, Ponyplay, frivoles Ausgehen oder kinky shopping, Deine Reise in die Kindheit oder einfach meine Gesellschaft bei einem Glas plaudern und erste Ideen entwickeln.
  • Möchtest Du mir die Planung komplett überlassen? Auch das ist möglich.
  • Im Idealfall haben wir uns bereits einmal zu einem Termin getroffen, wissen, wie wir ticken, ich habe aber auch internationale Gäste, bei denen so etwas nicht möglich ist.
  • Ein solch intensives Erlebnis erfordert aufwändige Vorbereitung und ist auch nicht für kleines Geld zu haben. Sei es Dir Wert, Deine kostbare Zeit in erfahrene und hingebungsvolle Hände zu legen und schlage mir Deine Fantasie vor, damit sie Wirklichkeit werden kann.
  • Du möchtest in eine abgefahrene Location rund um das Thema BDSM reisen und suchst die passende Gespielin? Brauchst Du einen Tipp, welches dieser vielfältigen Angebote zu Dir passt? Ich kenne viele Themenhotels, Studios und frivole Örtlichkeiten aus erster Hand und berate Dich gern.
  • Ihr seid ein Paar und wollt mich als Maitresse und Zeremonienmeisterin engagieren? Es ist mir eine große Freude, Eure gemeinsame Zeit noch unvergesslicher zu machen.
  • Du leistest eine entsprechende Anzahlung oder bezahlst im Vorhinein unsere Spielzeit, die Reisekosten sowie meine Unterbringung.

Währenddessen:

  • Ich weiß ein gutes Hotel mit einem Zimmer für mich allein sehr zu schätzen. Wir übernachten getrennt voneinander, so dass jedem die Menge an Erholung und Privatsphäre zuteil wird, die unser Sessionprojekt zum Gelingen bringt und es unvergesslich macht.
  • Ich bin für vieles zu haben, man sagt mir nach, dass man mit mir Pferde stehlen kann, aber ich brauche auch Zeit für mich. Das bedeutet, dass ein Szenario nie ohne Unterbrechung und Pausen gestaltet werden kann.
  • Sei Dir meiner Diskretion bewusst. Ich brüskiere Dich nie ohne Deinen Konsens in der Öffentlichkeit.

Danach:

  • Ich gebe mein Bestes um unsere Begegnung unvergesslich zu machen. Mich freut Dein Feedback umso mehr. Im besten Fall hat diese Begegnung das Potential Dich süchtig zu machen.

Flagellanten, Prügelknaben und Rohrstockliebhaber

Oft hört man, dass die Gruppe der Liebhaber der englischen Erziehung eine aussterbende Gattung sei. Solche, die es zu schätzen wissen, wenn es mit dem gemeinen Stöckchen kunstvoll auf den Allerwertesten gibt. Jene, die unterscheiden können, wie sich geschälte und ungeschälte, dicke und dünne und mit Leder überzogene Rohrstöcke anfühlen. Welche Gerte das perfekte Gleichgewicht zwischen Biegsamkeit und Dichte hat.

Ich habe manchmal – leider viel zu selten – das große Vergnügen solche Sessions gestalten zu dürfen. Vielleicht falle ich für manche der Flagellanten aus dem „Raster“, weil ich keine klassische Domina bin? Möglich, aber beim genaueren Nachdenken könnte man auch den Schluss ziehen, dass ich selbst ganz gut weiß, wie sich das Kopfkino von Domestic Discipline, Maßregelung und Körperstrafen anfühlt und was ich in diesen Settings als besonders erregend empfinden würde.

Solche Sessions haben einen extremen Spannungsbogen, sie sind für mich sehr befriedigend und ein Flow der besonderen Güte entwickelt sich. Das prickelnde Gefühl, die unterschiedlichen Schlaginstrumente vorzubereiten. Das Glitzern in den Augen des Delinquenten, wenn er realisiert, dass ich einiges an eigenen Rohrstöcken und Gerten zur Auswahl habe. Der angespannte Moment, wenn es ans Fesseln oder Überlegen geht. Das Aufwärmen von Hand und mit der Klatsche, bevor es an den Einsatz der richtig pfeifenden und scharfen Erziehungshelfer geht. Das Surren des Stöckchens, das Zischen der Gerte, das Auftreffen auf die Sitzfläche des Delinquenten. Manchmal kümmere ich mich auch liebevoll um die Fußsohlen der Flagellanten, Bastonade ist eine Fußerotik der ganz besonderen Form.

Das Hineinspüren in den angemessenen Rhythmus und Takt der Wichse – nein, nicht das, was ihr gerade denkt, ein altertümliches Wort für körperliche Züchtigung – das Gefühl für die Pause und die Belehrung und das Spiel mit der Angst und der Grenze. Der Schmerz des Delinquenten und die kraftvolle, meinen ganzen Körper erfassende Vorbereitung, Planung und Platzierung der Hiebe. Es ist ein starker Rausch des Adrenalin, sowohl für denjenigen, der sich in meine Hände begibt, als auch für mich.

Der Höhepunkt der Züchtigung und der Moment, in dem die Spannung von meinem Prügelknaben abfällt. Die Nachsorge, der Afterglow und das sanfte Ausklingen des Schmerzes, das Nachfühlen, das Brennen, gepaart mit einem Moment der mentalen Intimität, der nur uns beiden gehört, meinem Prügelknaben und mir.

Gips as gips can …

Gipsfetisch – eine Annäherung

Ich mag ja ausweglose Fesselungen, die Hilflosigkeit nicht nur suggerieren, sondern auch einhalten: Folie, Segufix, Zwangesjacke – ach, das sind meine Freunde, aktiv und passiv gleichermaßen.

Anfang des Jahres hatte ich mir ein Bein gebrochen- damals war ich sehr froh, dass ich keinen Gips bekam. Das Thema der Auslieferung an die Ärzte in der Notaufnahme war in dem Moment nicht wirklich lustvoll, aber es hat schon meine Fantasie angeregt.

Eine Aussage, die ich sehr teile und für zutreffend halte, ist diese:

Das Universum liefert auf Bestellung.

Vor einigen Wochen erreichte mich eine Anfrage, ob ich mich auch passiv eingipsen lassen würde. Mein erster spontaner Gedanke war: JA! Sofort. Ich kann mich sehr leicht entscheiden, mein erster Impuls ist meist der, welcher am Ende siegt. Kurz drauf meldeten sich die Zweifel. Meint der es überhaupt ernst? Ist das nur wieder ein Fake? Wir haben dann telefoniert und da war ich mir sicherer, dass der Gipsmeister, nennen wir ihn doch einfach so, ein ernsthaftes und konkretes Anliegen hatte. Und es kam noch besser, ich würde es lernen können, selbst zu gipsen. Jackpot!

Ich liebe es den Spieß umzudrehen, wenn ich einmal weiß wie ein Fetisch „funktioniert“. Klinik macht mich eh an, aber stilvoll, hocherotisch kühl und distanziert. Es bringt physische und psychische Auslieferung zusammen und kombiniert klinische Sterilität mit schwüler Erotik. Heiß und kalt, nah und fern, nirgendwo ist der Gegensatz so ausgeprägt wie in der weißen Erotik.

Das Gipsen selbst ist solides Handwerk. Man benötigt ein paar Grundlagen und Zeit. Es ist ein erdiger Geruch, der den Raum erfüllt, wenn die Kalkbinden einweichen. Und ein feucht kühler Touch, wenn sie sich auf die Haut legen. Langsam verschwindet auch das letzte Fitzelchen der Haut unter den weißen Lagen. Die Oberfläche wird immer wieder gestreichelt und massiert, so dass ein gleichmäßiger Gipsfilm entsteht. Kurz darauf wird der Gips durch eine chemische Reaktion mit dem Wasser warm. Eine seltsame, indirekte Wärme ist das. Gips ist sehr schwer. Ich bekam an diesem Tag eine Gipsschiene an den linken Arm und einen Vollgips an das rechte Bein bis zur Mitte des Oberschenkels. Es schafft ein Gefühl der Bewegungslosigkeit und der Auslieferung. Die Session ist von Anfang bis Ende ein Hochgenuss, vom Anlegen des Kliniknachthemdes, dem Engelshemdchen, wie ich vom Gipsmeister gelernt habe, über das Ausrichten des zu gipsenden Körperteiles, sowie das Hinlegen im Klinikbett, die ersten Gehversuche mit dem Gips bis hin zu dem kreischenden Geräusch der Gipssäge.

Für mich war diese Session rund um das Thema Gips ein absolutes Aha-Erlebnis, auf das hoffentlich noch viele folgen werden. Dem Gipsmeister sei hier mein Dank ausgesprochen und ich freue mich schon sehr darauf einmal selbst Hand an den Gips anlegen zu dürfen.

 

Mademoiselle Ruby to go

Ich packe meinen Koffer und darin befinden sich:
4 anschmiegsame und separat abschließbare Lederfesseln, eine Irish-eight aus gebürstetem Edelstahl, ein Mundspreizer und ein schöner Lederknebel mit Stahlball. Auch darin enthalten ist ein weicher Strapon-Gürtel aus duftendem Leder und Silikondildos in unterschiedlichen Größen. Nicht fehlen darf eine Duftkerze und ein Massageöl. Mehrere Peitschen, Flogger und Klatschen runden meine schlagenden Argumente ab.

Ist mehr gewünscht, nehme ich noch die Architektenrolle mit den Rohrstöcken und Erziehungshelfern mit. Ein Latexlaken sorgt dafür dass selbst bei Dirty Games die Schweinerei in gewissen Grenzen gehalten wird. Ein Vibrator mit Stromkabel – die mit den Batterien sind doch was für Anfänger 😉 – darf nicht fehlen, ebenso der Womanizer, die Schröpfgläser und das Spekulum, Edelstahlklammern, und Nervenräder gehören auch in den Koffer.

Ein besonders tolles Spielzeug ist das Mystim-Stromgerät mit Handschuhen und Silikon-Klebern für vielfältige, fantasiereiche Spielereien mit der besonderen Energiezufuhr.

So ausgestattet arbeite ich auf Reisen oder bei Hotelbesuchen. Die Voraussetzung für diesen Escortservice ist ein gehobenes Hotel oder Appartment, ein mindestens telefonisches Vorgespräch und eine Anzahlung.

Meine Diskretion ist Dir gewiss, dafür weißt Du jetzt, was diese attraktive Frau mit dem maliziösen Lächeln in Ihrem Koffer hat.

Stell hier Deine Anfrage für einen Besuch.

Homo hapticus

Manchmal begegnen einem Begriffe und man spürt sofort: DAS hat was mit mir zu tun! In dem Artikel, den ich vor einigen Tagen im Netz fand, ging es um die Haut als Sinnesorgan.

Um die Wirkung von Berührungen/Druck auf die Emotionen und Hormone und auf die Fähigkeit zur Entspannung.

Das kenne ich total gut aus eigener Erfahrung.

Als passive Gespielin liebe ich strenge Fesselungen und ich mag es den Druck eines ganzen Körper auf meinem zu spüren. Ich mag es wenn sich die Fesselungen um meine Arme spannen, die nicht gefesselten Hautpartien dann als größte Spielwiese dienen für weitere Behandlungen, vielleicht mit dem Nadelrad oder auch mit den wundervollen Mystim-Handschuhen. Es darf kribbeln, bitzeln auch mal ziehen und ich darf spüren, fühlen, mein Nervenkostüm auf Reisen schicken. Ich bin ein Homo hapticus.

Ich weiß aber auch, dass Du ein Homo hapticus bist. Ich unterziehe Dich Behandlungen mit meinen Nägeln, meinen Fingerspitzen und lasse Dich meine weiche, warme Haut spüren. Vielleicht habe ich Dich streng gefesselt?

Fingerspitzengefühl bekommt eine ganz neue Aussagekraft, wenn es um intime Berührungen geht. Innen-Drinnen-Tief-und EINfühlsam. Du weißt was ich meine? Vielleicht geize ich heute damit, Dich zu berühren? Vielleicht spürst du nur meinen Atem, und Deine Härchen stehen zu Berge. Du streckst Dich mir entgegen, versuchst mir zu zeigen, wie sehr Du Dich nach meiner Berührung sehnst. Versuchst vorweg zu nehmen, was nur ich Dir gewähren kann. Vielleicht bist Du in einen Ledersack oder in Folie verpackt-weggesperrt? Und es liegt an mir, die lustvollen Stellen an Deinem Körper freizulegen? Vielleicht berühre ich Dich gerade da wo Du es nicht erwartest?

Nimm meine Einladung an, und wir gehen auf eine Reise, die mental tief unter die Haut geht und zugleich doch „oberflächlicher“ nicht sein könnte.

Stimme – Stimmung – Stimmungsvoll

„Sie haben aber eine schöne Stimme!“, sagen Gäste zu mir in einem Telefonat. Anfangs dachte ich, naja, das werden Sie wohl immer sagen, oder? Dann häuften sich dieses Aussagen auch in Sessions oder in Vorgesprächen, so dass ich irgendwann dachte, oha, das scheint nicht ganz zufällig zu sein.

Meine Stimme ist ein Instrument für mich und für Dich, genauso wie meine Hände, meine Füße, meine Haut, mein Geruch. Sie hat als Werkzeug eine große Bandbreite, ich kann sie bewusst warm und weich färben oder ihr ein hartes Klirren geben. In Kombination mit der Ausstrahlung meines sonstigen Auftretens kann das irritierend oder verführerisch wirken. Meine Stimme kann Dich sanft berühren, während meine Hand Dich kräftig schlägt, oder meine Nägel sich unnachgiebig in Dein weiches Fleisch krallen.

Um besser zu verstehen, wie genau Deine Fantasie gestrickt ist, kann mir helfen, Deine Worte mit meiner Stimme laut auszusprechen, um besser in Resonanz und in Rapport mit Dir zu kommen. Dabei beobachte ich genau Deine Reaktion. Manchmal ist es das Wort an sich, das durch eine Fetischisierung sehr stark mit Bedeutung aufgeladen wird, oftmals ist es, als ob die Session an dieser Stelle beginnt, an der ich Deine Sprache benutze und damit zwischen uns beiden eine kleine Parallelwelt eröffne.

Es ist nicht nur die stimmhafte Sprache, sondern es sind auch Geräusche, die ich mache, die eine Wirkung auf den Gast haben. Dabei stelle ich fest, dass die „echten“ Geräusche, die eher im Körper (als Bauchstimme) entstehen, oftmals effektiver sind als die Geräusche, die in der Kopfstimme oder hoch oben im Hals erzeugt werden. Man kann die Stimme dann auch durch den Körper fließen lassen. Ein Beispiel, in der Vergangenheit habe ich auch in Clubs gearbeitet, wo viel und gern und öffentlich Verkehr geschah. Die schrillen Lustschreie waren dabei eher störend und wirkten kantig, so wie auswendig gelernt. War etwas wirklich lustvoll, lag die Stimme mehrere Oktaven tiefer. In der Sprecherziehung oder beim Gesangsunterricht wird auch gelehrt, dass die Stimme, die wir normalerweise zum Sprechen verwenden, eine andere Stimmlage ist als unsere eigentliche Stimme. Stimmen sind zivilisatorisch unterschiedlich erlernt, wer einmal in UK Frauen einer bestimmten sozialen Schicht zugehört hat, weiß, dass dort höher gesprochen wird und die Satzmelodie mit deutlich mehr Aufs und Abs gesprochen wird. Für mich hat es einen deutlichen Einfluss auf mein Alter Ego, wenn die Sessionsprache Englisch oder gar Spanisch ist. Meine Stimmlage ist dann eine andere. Meine Stimmung ist anders, ich bin auf Englisch deutlich eher zu emotionalen Äußerungen bereit als auf Spanisch oder gar Deutsch. Dafür ist meine Sprache auf Deutsch viel rationaler und reduzierter. Auf Spanisch ist sie tiefer und erdiger.

Es ist ein Werkzeug für mich, meine Stimme unterschiedlich zu nutzen. Manchmal spreche ich in einer dominanten Session 1–2 Oktaven tiefer und deutlich mehr in Resonanz mit meinem Bauch und Unterleib. Bei den wenigen passiven Sessions, die ich für ausgewählte Gäste anbiete, ist es anders. Da lote ich gern auch die Höhen und die aspirierten Stimmlagen (Vokale mit Atem) aus.

Gefällt mir ein Wort oder eine Stimme gut, probiere ich für mich aus, wie es sich anfühlt so zu sprechen. Manchmal bringt mich das auf neue und spannende Ideen. Im Dirty Talk versuche ich nicht nur die rauchigen, gehauchten Stimmen zu verwenden, sondern auch mal klirrende, harte Stimmen. Ich mag dann Worte mit vielen Konsonanten und Klicklauten. Ich mag es mal zu zischen, oder zu brummen, oder auch mal die Stimme zu erheben. Es ist sehr wohltuend, mal den ganzen Körper mit seiner Stimme zu füllen.

Ich mag differenzierte Sprache, wenn man der Stimme am Timbre eine leichte Ironie und eine tiefverwurzelte Intensität anhört. Ich habe es noch nicht probiert, aber ich glaube, dass nicht nur ich Menschen mit meiner Stimme (und dem, was ich sage) zum Höhepunkt bringen kann, sondern auch umgekehrt.

Deswegen kann ich den Satz „Ich höre Stimmen!“ für mich sehr gelassen, und entspannt und auch ein bisschen erregt aussprechen.

Stutenbissigkeit versus Kollegialität

Der schmale Grat zwischen Netzwerk und Nervkrieg

Als Sexarbeiterin arbeitet man zumeist selbständig, ist eigenverantwortlich und autark. Das übt große Attraktivität auf mich aus, denn ich würde meine Handlungsfähigkeit und meine Freiheit als das höchste Gut in meinem Leben beschreiben. Engen mich Dinge oder Umstände ein, überlege ich sehr genau, ob es mir das wert ist, mich einschränken zu lassen. Ich mag es nicht, gegängelt zu werden, Intrigen sind mir zuwider und diese wohlmeinende Pseudofreundlichkeit à la „ich gebe Dir mal einen guten Rat“ verbuche ich in den allermeisten Fällen und zu Recht unter einem sehr grundsätzlichen Zitat: Ratschläge sind auch Schläge!

Dennoch genieße ich Kollegialität, Austausch und Loyalität. In vollen Zügen. Denn es kann sehr inspirierend sein. So kann man in der gemeinsamsten aller Sachen:

der Sexarbeit Respekt und ihre ihr zustehende Akzeptanz zu verleihen

sowie

gegen Stigma und Engstirnigkeit anzugehen

auf mich zählen.

Auf Zickenkrieg und Lotterleben in Studios verzichte ich allerdings gern. Ich bin zum Beispiel nicht dabei, wenn man sich am Abend noch schnell den notwendigen Pegel von was-auch-immer anzüchten muss und dabei über Gäste ablästert. Ich finde es zum Kotzen, wenn ich mitbekomme, wie Kolleg*Innen übereinander herziehen. Hey, wir sind nicht alle beste Freunde, und auch ich habe Vorbehalte oder Bedenken manch einer Gestalt gegenüber, die die SM-Szene dieses Landes so bevölkert. Muss ich das dann vor mit hertragen, wen interessiert das denn? Keine Frage, ich kann es gar nicht vermeiden, mir eine Meinung zu bilden, aber es ist meine und die darf ich behalten. Für mich.

An die Studiobetreiber landauf / landab: Ich bin oft total baff und beeindruckt, was für tolle Orte ihr entstehen lasst, wieviel Herzblut und Kreativität in Eure Räume fließen und was für ein hohes Maß an Organisation ihr vorhaltet, damit Leute bei Euch gern einmieten. Danke dafür. Aber ich bin nicht Euer Punchingball, sondern eine sehr gute Kundin, die auch woanders ihr Geld verdienen kann. Und ich mag es, wenn ich merke, dass das Ambiente gepflegt wird, die Chefetage vorlebt, dass man gut und wertschätzend miteinander umgehen kann, und es die Bereitschaft gibt, Ideen umzusetzen, wie Workshops, Parties, Vereine, politische Arbeit.

Ein gutes Miteinander braucht Toleranz und etwas Engagement von beiden Seiten. Vielleicht gefällt es mir nicht, wenn ich der Kollegin hinterher räumen muss, oder im Chaos des Aufenthaltsraumes meine eigenen Schuhe nicht mehr wiederfinde. Vielleicht stört es sie, dass wenn ich Dirty Games mache, eine gewisse Geruchsentwicklung unausweichlich ist. Toll, wenn wir in solchen Situationen es schaffen, mal drüber hinweg zu sehen, oder das Wort direkt an den- oder diejenige zu richten, oder wertschätzend auf Distanz zu bleiben. Toll ist es auch, wenn wir im Falle eines offenen Worts einen Moment abpassen, in dem es nicht eine Session stört oder jemanden in arge Bedrängnis bringt. Toll auch, wenn ich bevor ich meinen Mund aufsperre mal kurz in Rapport mit mir selbst gehe: bin ich gerade ungehalten oder möchte ich eine Lösung konstruktiv ermöglichen? Man sollte sich zurückhalten, wenn die eigene Laune gerade angefressen ist. Man kann sowas auch mit ein bisschen Distanz klären.
An die Kolleg*Innen: Ich kenne viele tolle Menschen in der Sexarbeit. Manche berühren mich so stark, dass ich sogar einen Gast mit ihnen teile, oder gemeinsame Specials anbiete. Das inspiriert mich ungemein. Es ist die Neugier darauf und das Wissen, dass es aufregende Dynamik geben kann, und es ist der Mut, es zu versuchen, obwohl man ja eigentlich Einzelkämpfer*In ist und bleiben will. Ich brauche für sowas keine Kuschelatmosphäre, sondern eher Vertrauen und gute Kommunikationsstrukturen. Ich werbe keine Gäste ab, nicht bewusst. Wir sind alle so vielfältig, dass es absurd ist, sich gegenseitig zu boykottieren. Ich lerne gern dazu und teile auch gern mein Wissen und meine Erfahrung. Gäste schätzen es sehr, wenn ich jemand empfehle, oder auch mal sage, dass ich eine Praktik nicht anbiete oder mich da zu wenig auskenne.

Die andere Seite ist, dass ich immer wieder die Erfahrung mache, dass in Studios Rücksichtnahme ein absolutes Fremdwort ist. Die Raucher kümmern sich einen Dreck darum, dass es für die Nichtraucher unangenehm bis unaushaltbar ist, wenn nicht gelüftet wird oder in dem Raum auch geschlafen wird. Sage ich, dass es auch andere Arten gibt mit diesem leidigen Thema umzugehen, wird mir eröffnet, dass das nicht stimmt. Überall wo *sie* arbeiten ist das *so*. Ich mag es auch nicht um die Essensreste meiner geschätzten Kollegen herumzuschippern, wenn mein Gast ein Glas zu trinken im Vorgespräch wünscht. Ich beteilige mich gern an Aufgaben, wie Ordnung in gemeinsam genutzten Bereichen einhalten, oder die Waschmaschine mit meiner Dreckswäsche beladen. Handtücher falten, Kloputzen, alles was so anfällt. Mannomann, das alles sollten wir uns doch wert sein. Wie kann ich einen Service anbieten, für die der Gast zwischen 200 und 250€ pro Stunde auf den Tisch legt, und darf mich nicht trauen genauer in die Ecken zu schauen, oder finde keinen Putzlappen mehr, mit dem ich hinter mir saubermachen kann?

Ja, es stimmt, manchmal spuckt man mir verbal in die Suppe, und es entsteht ein furchtbar unangenehmes Klima. Manchmal grassiert hinter dem Vorhang der Session unter Kollegen Verrohung, Verwahrlosung und eine geradezu grenzenlose Vanitas, wie High Class und gebucht sie sind. Wie viele Anrufe in Abwesenheit sie hatten, wie nervig ihr Klingelton scheppern kann, wenn sie im Termin sind, und wie sehr sie sich vor anderen Kolleginnen ekeln, oder kolportieren, ihr Gast hätte ihnen da was gesteckt.

Genug, mein Vorschlag wäre: Psychohygiene an sich selbst üben. Lebe ich nur noch im Studio, oder habe ich auch noch ein Leben sonst? Wie sieht es eigentlich mit meinen Beziehungen zu anderen Menschen aus? Was ist mir wichtig, was freut mich, was inspiriert mich? Sexarbeit ist Arbeit, deswegen funktionieren diese Strategien wie Work-Life-Balance und Abgrenzen auch in unserem Arbeitsalltag.

Und wenn das alles nicht hilft, steht am Ende die Frage: Muss ich mir ein anderes Studio mit andere Bedingungen suchen?

Wir sind alle schon groß – wenn wir nur manchmal an unser eigenes Ego heranwüchsen, und erwachsen mit uns und unserem Umfeld umgehen würden, dann kann ich mich klar PRO Netzwerk und klar KONTRA Nervkrieg entscheiden.

Staatlich registrierte Hure, ohne staatliche Anerkennung

Das Prostituiertenschutzgesetz ist seit dem 1.7.2017 in Kraft und sorgt für allerhand große und kleine Neuerungen. Seit einigen Tagen bin ich auch registriert, und habe einen Ausweis der Bundesdruckerei. Das ist allenthalben ein ziemlich dünnes Papierchen, erinnert ein wenig an den alten Führerschein, und wird mit der Zeit wohl genau so ein Lappen werden.

Man erlebt da allerlei Dinge, wenn man sich dem Prozedere der Registrierung, (Zwangs-)Beratung und Belehrung beugt. Man erlebt große Unsicherheit auf den zuständigen Stellen und man erlebt mangelnde Diskretion von Seiten der Behörden. Man erlebt Ablehnung, Unverständnis und Auslieferung.

Eins nach dem Anderen. Es war lange nicht bei den Sexworker*Innen angekommen, was ihnen da blüht, noch im Dezember habe ich Frauen gesprochen, die wie ich in SM-Studios arbeiten, und die keinerlei Bewusstsein darüber hatten, dass sie nach dem 31.12.2017 ihre Tätigkeit nicht mehr legal ausüben können.

Wie gehst Du mit dem Gesetz um?, war meine Frage.
Ach, das findet sich schon –
ich lass das auf mich zukommen –
weiß ich noch nicht –
kann ich dann wirklich ohne Anmeldung nicht mehr arbeiten?

Auf diese Haltung komme ich später nochmal zurück, das ist nämlich ganz interessant, was da passiert…

Gleichzeitig stieg mit Zunahme des Jahres und Abnahme der Kalenderblätter auf dem Jahreskalender 2017 der Druck. Bundesländer wie Bayern boten ca. ab September die Möglichkeit zur Anmeldung und vergaben Termine. Effizient – bajuwarisch- aber unter der pittoresken Oberfläche gleichermaßen großes Chaos, denn noch bis Anfang Dezember war das Prozedere nicht einmal einheitlich in Bayern selbst geregelt. So war bis Anfang Dezember die Anmeldung in Aschaffenburg noch kostenfrei möglich. In München, Nürnberg und Augsburg fallen Gebühren für die Registrierung an,
35€ für die Gesundheits„beratung“ und
35€ für die Registrierung.
Möchte man einen Alias miteintragen lassen, kostet das nochmal zusätzlich 35€. Wieso eigentlich? Es ist eine Zeile mehr, die in den Ausweis eingetragen wird…

Andere Länder wie Berlin oder Brandenburg boten bis Ende 2017 keine Möglichkeit zur Anmeldung, die Preisgestaltung lag im Dunkeln, hier übernahm teilweise das Ordnungsamt, in Bayern ist das Gesundheitsamt zuständig. Termine zur „rechtzeitigen“ Anmeldung waren nicht zu bekommen, klar, viele Sexarbeiter*Innen reisen, und für eine weitere Aktivität im Süden musste man angemeldet sein, da den Studiobetreibern sonst heftige Sanktionen und Bußgelder in Aussicht gestellt wurden. Also drängelten sich viele um sehr wenige Terminplätze in den Metropolen des Anschaffens im Süden.

Zurück nach Nürnberg:
Die Situation vor Ort ist beklemmend. Heute ist der Termin meiner Gesundheits(zwangs)beratung. Im Haus ist der Infektionsschutz und andere Stellen rund um das Thema Hygiene und Gesundheit angesiedelt. Ein Großraumbüro mit Empfangstresen bietet null, null Diskretion. Der Ton ist freundlich, das muss man sagen. Allerdings auch hier wieder die Situation, das immer andere Leute gegenwärtig sind. Wäre ich nicht längst geoutet, spätestens hier würde ich mir Sorgen machen, wer was von meinem Anliegen mitbekommt und wer mich hier vielleicht von früher kennt. Das Beratungsgespräch ist freundlich naiv. Der Ton der jungen Frau ist respektvoll, wertschätzend und die Atmosphäre des Gespräches ist unbefangen. Das lief gut und dürft auch so weitergehen.

Pustekuchen. Neues Jahr, neuer Termin, nun wird registriert. Dazu muss man in den Keller, die Anmeldung ist direkt neben der TBC-Stelle, samt und sonders Hinweisen, wie man sich zu verhalten hat, wenn jemand hustet, und so weiter. Tolle Aussichten. Keller, Krankheit und Beklemmung. Bei der eigentlichen Datenerfassung unterhalte ich mich mit der Sachbearbeiterin. Nein, sie könne sich nicht vorstellen, dass in anderen Bundesländern keine Kosten zur Registrierung erhoben würden, sie hätten schließlich Dinge anschaffen müssen, weist auf den Drucker und den Scanner, und auf das Papier der Bundesdruckerei. Ich frage, wofür dann meine nicht ganz unerheblichen Steuern verwendet werden? Klar, die Frau weiß das auch nicht. Ich auch nicht. Ein Passbild wird eingescannt, Postadresse erfasst. Es würde nun eine Meldung ans Finanzamt geben, teilt man mir vorsorglich mit. Ich sage, ich erkläre meine Einkünfte seit Beginn meiner Tätigkeit. Aha.

Nächste Runde. Belehrung bei Frau, nennen wir sie mal „Streng“. Die Dame ist total überfordert von einer wie mir. Auf ihrer Bürotür steht rechtlicher Vollzug. Na mal sehen, was hier nun vollzogen wird. Ihre geklebten Wimpern klimpern, sie ist nervös, muss einen Bogen zu Rate ziehen, auf dem erfasst ist, was sie mir als nächstes sagen möchte. Ich springe ein: „Nur die Ruhe.“

Immer wieder fragt sie mich Details. Von meiner Berufsbezeichnung „Bizarrlady“ hat sie noch nie gehört. Lässt aber durchblicken, dass sie sich das auch lieber nicht näher vorstellen möchte. Und wenn ich „dann“ (heute – morgen – nächste Woche?) aussteigen will, dann dürfe ich das. Ja. Ich muss da nichts tun, was ich nicht möchte. Ja. Ich könne Kassenbons sammeln und dem Finanzamt vorlegen. Frau Streng ist ein unerschöpflicher Quell an Sätzen, von denen ich nicht weiß ob Sie die an mich richtet, oder an die kahle Wand hinter mir, mit meiner Situation hat das eigentlich alles nichts zu tun. Eins wird hier ganz deutlich. Die strenge Belehrerin kann sich nun gar nicht vorstellen, dass ich meinen Beruf liebe und ihn gern ausübe. Dass ich dafür Respekt und Wertschätzung fordere und nicht Stigmatisierung und Marginalisierung. Ich nutze die Gelegenheit um kurz was zum Thema Datensicherheit loszuwerden. Durch mein Outing weiß ich, was es heißt wenn Deine Existenz zerstört wird, weil Leute in Schubladen denken und keine Fantasie haben, aber viele Vorurteile. Meine Daten würden gelöscht, wenn ich nicht in 2 Jahren wieder käme. Gut und währenddessen?

Das weiß sie nicht. Sie will mich loswerden. Ich habe das Gefühl sie ekelt sich vor mir. Woher weiß ich dass sie nicht heute abend ihren Freundinnen über mich, die Bizarrlady, stell Dir vor, erzählt? Ist sie sich bewusst, was sie da eigentlich macht, mit ihrer abwertenden Haltung?

Dann wieder Warten. Die Realität ist, dass hier Frauen mit einem Mann sitzen und von ihm abwechselnd zum Rauchen geschickt werden, die Sprache ist eventuell polnisch oder tschechisch. Der Ton zwischen dem Mann und den beiden Frauen ist freundlich, witzelnd. Ich kann nur fantasieren, welcher Art von Sexarbeit die beiden wohl nachgehen mögen und wer der Mann ist. Das sind so kleine Bilder, die ich heute hier mitnehme. Nun bin ich wieder bei der Sachbearbeiterin vom Anfang, die meine Daten erfasste. Nun gibt es den Ausweis. Tadaa. Sie macht einen überforderten Eindruck. Es sind so viele. Und sie schafft das gar nicht alles.

Ich musste das erst einmal verdauen. Am nächsten Tag war ich dann nochmal dort, dachte ich schaue mir mal die Ärztin an, von der mir freudestrahlend in der Gesundheitsberatung berichtet wurde. „Anonym und gratis“ sei das. Könnte ich jederzeit in Anspruch nehmen. Wieder die mir bereits bekannte Situation am Empfangstresen. „Na, was wollen Sie denn von der Ärztin?“, dröhnt die fränkische Röhre, so dass sich Leute im Gang umsehen. Ich frage mich kurz, was ist hier die angemessene Antwort? Einen Abstrich meiner Vaginalflora? Puh! Die Medizinerin ist professionell und zugänglich. Keine Vorurteile, kein Verletzen meiner Intimssphäre, geht also doch.

Ich frage mich, was das alles noch geben soll, wenn die Verwalter des neuen Gesetzes so schlecht vorbereitet sind und sich so wenig unter unserem Beruf vorstellen können? Meine Erfahrungen fallen sicherlich nicht sonderlich aus dem Rahmen. Dennoch macht es was mit einem, sich dieser Prozedur zu unterziehen. Es verunsichert und macht ein flaues Gefühl, verdeutlicht, wie weit man außerhalb des Mainstreams steht, und wie groß Stigma, Entfremdung und Berührungsängste eigentlich sind.

Nun noch ein letzter Satz zu der Haltung, die mir da unter Kolleg*Innen begegnet. Jede*r in diesem Beruf legt sich ein dickeres Fell zu. Oft muss man sich Dinge in kleine Portionen runterbrechen, es läuft gerade nicht genug, und dann läuft es zu gut, dann wird man diskriminiert aufgrund der Arbeit, die man tut, und die Arbeitsbedingungen sind auch nicht immer die allerbesten. Da tut eine Prise von: „Das wird schon wieder.“ Oder: „Mache ich mir dann Gedanken drum, wenn es konkret wird!“ oder auch: „Ich bin nicht zwangsprostituiert, also geht mich das alles nichts an, ich bin da nicht gemeint.“ manchmal gut.

Angesichts der aktuellen Situation denke ich aber, Kopf in den Sand stecken gilt nicht! Wir sitzen nun alle in diesem nicht schwimmtauglichen Boot des Gesetzes und haben tüchtig Wellengang. Statt nur niedrigschwelliger Café-Arbeit und Kreativworkshop hätte ich gern Befähigung, politische Bildung und Kompetenzerweiterung für die Kolleg*Innen, Sexworker*Innen und ein Selbstverständnis, dass wir für unseren Beruf genau eins verdienen, nämlich Respekt!

Servus Mademoiselle Ruby: Franken als neuer bizarrer Lebensmittelpunkt?!

Ein Wandel steht kurz bevor, nach 5 Jahren sexworkender Tätigkeit im Dunstkreis der Metropole Berlin verändert sich Fräulein Ruby.

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bleibe Berlin und auch dem tollen Studio Lux weiterhin erhalten. Aber die endlosen Autofahrten nach Nürnberg, Augsburg oder neuerdings Aschaffenburg gehören dann der Vergangenheit an.

Was hat dazu geführt? Hier die Chronologie der Ereignisse

Berlin ist eine tolle Stadt, aber es ist nicht einfach hier Fuß zu fassen. In den ersten Jahren meiner Tätigkeit als Sexworkerin habe ich eher in Clubs und im Escortservice gearbeitet und war noch Vollzeit angestellt. Einer „netten“ Dame gefiel es nicht, dass ich ohne moralischen Spagat Sexwork und tiergestützter Jugendsozialarbeit miteinander verbinden konnte, und sie outete mich kurzerhand, nach vorherigem Erpressungsversuch, beim Bezirksamt Berlin Marzahn-Hellersdorf. Die mit den dortigen Behörden verbundene Doppelmoral und Scheinheiligkeit, die fehlende Loyalität von Kollegen und Auftraggebern haben mich dann dazu bewogen, einen Strich unter dieses Kapitel zu ziehen. Damit stand mir die wunderbare Welt der Studios, Parallelwelten und das Reisen als Bizarrlady offen.

Der Klassiker: Eine Tür geht zu, dafür gehen andere auf.

In Berlin arbeitete ich im Studio Avalon, ließ mich von tollen Kolleginnen wie Lady Stella oder Lady Malena aber auch der wundervollen Madame Voilà inspirieren. Den Hausherrinnen Marlon und Mercedes sei hier der gebührende Respekt gezollt. Ich begann zu reisen, in den Süden. Ich hatte bereits in Erlangen studiert und kannte daher die Mentalität der Franken recht genau. Das half und ich hatte bald Stammgäste, mit denen ich neue, wundervolle Wege beschritt. Die Passion Factory ist nun meine neue Homebase und ich hoffe damit den zahlreichen Terminanfragen besser gerecht werden zu können.

In Berlin standen die Zeichen auf Veränderung, ich wollte gern eine andere Art von Studio und Studiomanagement kennen lernen und bewarb mich im Lux. Als eine der letzten Neuzugänge vor „Stopp – Wir sind voll“ rutschte ich ins Team. Hier herrscht ein sehr kollegialer Ton und ich fühle mich jedes Mal inspiriert von den extravaganten und kreativen KollegInnen.

Dank meiner Kollegin Cynthia entdeckte ich im letzten Jahr Augsburg als Ort für mein (Un)wesen und bin auch dort wieder von den guten Manieren und der Experimentierfreudigkeit der Gäste beeindruckt. Besonders große Freude hat mir hier die Gemeinschaftserziehung des Hauses gemacht, bei der man mich im Februar wieder antreffen darf. Ich freue mich auf mutige Zöglinge und zeigefreudige Züchtigungsobjekte, um Bewerbung wird hier gebeten.

Meine letzte Neuentdeckung war das Studio Catherines World in Aschaffenburg. Gemeinsam mit der quirligen Hausherrin Catherine hielten wir dort Anfang Dezember eine Vernissage ab, es soll nicht die Letzte gewesen sein. Große Ereignisse werfen auch hier ihre Schatten voraus. Bleibt dran und seid gespannt.

Things to come

Cynthia und ich werden in 2018 wieder unser Duo „Das doppelte Lottchen“ in gemischten Rollen anbieten. Triff uns in der Passion Factory oder im Domicile Dark Emotion, oder auch an anderen Orten, indem Du hier Deine Anfrage stellst.

Und es gibt noch etwas ganz Entzückendes zu berichten: Ab Januar 2018 wird es noch ein weiteres Duo geben, und zwar mit „Herr Mann“. Gemeinsam laden Euch alsbald zu
Cuckold Specials,
Paarevents,
Triaden mit 2 Männern und
Bi-Erziehungen ein.

Seid gespannt und freut Euch auf Herr Mann´s Vorstellung.

Zum Abschluss noch ein Wunsch: Ich möchte gern mehr Events, Straflager oder auch Parties federführend mitgestalten und freue mich auf Kolleginnen und Kollegen, die gemeinsam mit mir bizarre und frivole Feste feiern!

Cheerio

Eure Miss Ruby

Kurioser Kink: Kitzelfolter

Es ist ganz still im Zimmer, ich höre nur mein Ein- und Ausatmen, und ich spüre das Klopfen meines Herzens. So still ist es.
Ich kann nichts sehen, da er meine Augen Augenpflastern abgeklebt hat und darüber noch eine wunderbar nach Leder duftende Augenmaske gestülpt hat. Bewegen kann ich mich auch fast nicht, einige Riemen und Manschetten halten mich bequem aber zweckdienlich fixiert.
Der Boden knarrt verräterisch, als er sich mir nähert, daher weiß ich, dass nun etwas passieren wird. Mein Atem geht schneller, das Adrenalin rauscht bereits etwas in mir.
Ich bin gespannt: Wie wird es sich anfühlen, was macht es mit mir, kann ich komplett loslassen? Ich sollte Nylons anziehen, und ansonsten nur wenig Kleidung tragen. Das würde nur stören.
Eine leichte Vibration geht durch das stabile Holzbett, als er sich zu mir setzt. Ganz sacht streicht ein Finger über meinen Körper. Kein Wort wird gesprochen. Als nächstes spüre ich eine Feder, die jeden Fleck meines Körpers erkundet. Kommentarlos, aber unerbittlich. Ich spüre, dass meine minimalen Ausweichbewegungen bereits alles verraten. Der Übergang vom Rumpf in den Oberschenkel, die Achselhöhlen und der Rippenkasten sind die Verräter, bei denen ich unwillkürlich versuche der Feder auszuweichen, scharf einatme oder einfriere. Die Fußsohlen, die Innenseiten der Oberschenkel.
Als nächstes liege ich auf dem Bauch. Am Rücken ist das Gefühl der Feder unbeschreiblich. Je näher wir dem Lendenbereich kommen umso unruhiger werde ich. Ich habe das Gefühl, ich müsste platzen. Es ist schön, aber meine Nerven schreien laut, die Reizüberflutung ist komplett. Das Gefühl auf den Nylons an der Rückseite meiner Oberschenkel abgestrichen zu werden, begleite ich bereits von Rucken und Zucken, soweit mir meine Fixierung Spiel und Raum lässt.
Es ist eine hohe Kunst, eine Frau zu kitzeln. Erotisch zu kitzeln ist die Königsdisziplin dieser etwas verpönten Spielart. Es ist unmöglich, einfach drauflos zu kitzeln, wenn Du es nicht im Blut hast, oder selbst dieses Gefühl liebst. Du brauchst Geduld, Kreativität und Einfallsreichtum. Eine Fixierung im Stehen ist toll, oder im Hängen, aber das ist auch anstrengend auf Zeit. Auf den Nylons oder auf der nackten Haut? Kannst Du Dich selbst zurücknehmen, auch wenn diese sinnliche Frau ausgeliefert vor Dir liegt und Du eigentlich nur noch…? Wie steht es um Deine Ohren? Komische Frage? Naja, wenn eine Frau lauthals lacht und sich in Krämpfen kichernd kringelt, dann rollen da schon nennenswerte Frequenzen auf Deinen Gehörgang zu. Kannst Du damit leben, dass die Dame Deiner Wahl nach einer 2stündigen Kitzelsession zu nichts mehr in der Lage ist? Sie wird die nächsten Tage den Muskelkater ihres Lebens spüren, aber auf Wolke 7 im Endorphinhimmel schweben. Nach einer erfolgreichen Kitzelei ist Dein Kopf leer. Du hast an einem bestimmten Punkt losgelassen und Dich dem Ganzen hingegeben, um Gnade gebettelt, hyperventiliert und aufgegeben. Du hast es genossen und hast gelitten, Deine Synapsen standen unter Dauerfeuer und Dein größtes Organ, Deine Haut ist zum Multiplikator Deines Kindheitstraumas geworden. Und doch, es ist ein großartiger und seltener Genuss: Die Kitzelfolter.